Nov 21 2009
Gedanken #3
Politik?? Ich bin doch nicht blöd.
Ok also, wir leben in einer Gemeinschaft. Die meisten Menschen scheinen sich einig zu sein, dass es gemeinsam besser geht als allein.
Gut, aber das organisieren und zusammenhalten einer Gruppe kann verdammt viel Arbeit sein. Eigentlich hat jeder genug zu tun, und kann nicht auch noch schauen, dass es allen anderen Mitgliedern der Gemeinschaft gut geht, alle zu ihrem Recht kommen und die Gemeinschaft wirklich noch dem Wohl der Allgemeinheit dient.
Selbst das haben viele Gemeinschaften durch Arbeitsteilung gelöst. Bezahlen wir doch einfach jemanden dafür, dass er das macht, und der muss sich dann den Kopf zerbrechen wie er die Gruppe zusammenhält und auf die Interessen aller Rücksicht nimmt. Bezahlen wir einfach wen, der unsere Konflikte für uns schlichtet und für „Recht und Ordnung“ sorgt.
Wie die Geschichte gezeigt hat, kann das ausufern. Diejenige Person, die zum Chef ernannt wird, kann ihre Macht missbrauchen, und wenn sie gut ist, sich quasi zu einer gottähnlichen Gestalt machen, die von allen angebetet und bedient wird.
Wie ist das mit der Demokratie?
Mit unserer Gesellschaft hier und jetzt? Erfüllt sie ihren Zweck, sind die meistmöglichen Menschen zufrieden? Oder nur ein paar? Dient unser Mitgliedsein in dieser Gesellschaft in erster Linie unserem Glücklichsein, oder dem von nur ein paar wenigen? Damit meine ich unser tägliches Tun, also das Arbeiten, um ein ständiges Wirtschaftswachstum zu sichern. Aber auch, dass wir uns ausbilden, warum machen wir das eigentlich? Um ein möglichst gut angepasstes Mitglied dieser Gesellschaft zu sein, das auf jeden Fall gebraucht wird -> sichere Stelle -> sicheres Einkommen.
Macht uns das Wirtschaftswachstum glücklicher? Also, dass wir immer mehr haben, um uns immer mehr kaufen zu können und dann genauso wenig überzuhaben? Oder um einen der genialsten Songs die ich kenne zu zitieren, „Und meine Wünsche wachsen in dem Maß, in dem mein Einkommen steigt, sodass das Glück immer gleich unerreichbar bleibt.“
Ist es eigentlich damit getan, dass wir ein paar Leute dafür zahlen, uns die Politik zu erledigen? Sich zu denken, die werden ja dafür bezahlt, also warum sollte ich mich damit herumschlagen?
Ja, das ist die Frage. Auch die Demokratie ist ein System in dem ein paar wenige die Regeln machen, und nicht alle. Und wie gut ist deren Überblick über die Situation und die Anliegen von ALLEN? Und außerdem ist sich halt leider jeder selbst der Nächste. Würdet ihr, wenn ihr im Lotto gewinnen würdet, eher schauen, dass es euch selbst, eurer Familie und euren Freunden gut geht, oder Millionen von Menschen die ihr nicht kennt? Ja eben. Vielleicht sind wir für so große „Rudel“ auch wieder nicht geschaffen. Und wie wär’s wenn ihr ein wichtiges politisches Amt hättet? – „Würd ich mir nie antun, scheiß Arbeit und man ist immer der Arsch.“ (Haha, das sagen einem die Leute auch wenn man sie fragt warum sie nicht Lehrer werden wollen
Eben. Also vielleicht gibt es viele, die es von vornherein wegen der Kohle machen, und um sich selbst und den seinigen so viel wie möglich rauszuholen.
Aber : Ich bin fest überzeugt, dass es Menschen gibt (gar nicht wenige), die wirklich für die gute Sache kämpfen. Aber zu wenige! Und vielleicht kann es sein, dass man, auch wenn man noch so idealistisch begonnen hat, irgendwann frustriert wird und anfängt, so zu werden wie die meisten.
Denkt daran. Wenn sich alle denken „Es ist scheiße wie es ist, aber ich kann nichts ändern“, wird nichts passieren. Sobald sich genug Leute bewusst werden, dass sie was ändern können, wird sich was ändern. Kleines Beispiel: Wenn sich jeder einzelne in Österreich denken würde: „Wenn ich allein den Müll trenne, bringt das nix. Ich bin ja nur einer.“ Und wenn sich alle denken: „Wenn ichs mach, macht es einen Unterschied.“